Die Verleihung des Ohrenordens
am 20.10.2019 an Christoph Maria Herbst

Nach einer begeisternden Veranstaltung im Jahr 2018 waren wir sehr gespannt, was uns dieses Jahr erwarten sollte. Schon die Auswahl des diesjährigen Preisträgers, Christoph Maria Herbst, den wir bislang nur aus dem Fernsehen kannten, ließ Großes erwarten. Aber zunächst einmal galt es, überhaupt zum Dorint An der Messe zu kommen, hatten doch  Messebesucher und die Fans der Kölner Haie dafür gesorgt, dass in der näheren Umgebung des Hotels kaum ein Parkplatz zu finden war.

Dem Verkehrschaos musste wohl auch Christoph Maria Herbst zum Opfer gefallen sein, da wir bei unserem Eintreffen kurz vor Beginn der Veranstaltung einen aufgeregten Vorsitzenden antrafen, der auf seinen Preisträger verzweifelt wartete. Gerade noch rechtzeitig kam Christoph Maria Herbst am Dorint an und wir konnten Michael Melles bei seiner Begrüßungsrede die Erleichterung förmlich ansehen.

Nach einem musikalischen Auftakt durch Winni Lombardo, der tänzerisch durch Katrin Bachmann und Leandro di Modica untermalt wurde, eröffnete Michael Melles gewohnt souverän und eloquent die diesjährige Verleihung.  Michael Melles erläuterte mit bewegenden Worten die Begründung für die diesjährige Wahl des Preisträgers durch den Vorstand der Bürgergesellschaft Köln von 1863. Und so konnte das Publikum erfahren, dass sich Christoph Maria Herbst bereits seit vielen Jahren sehr intensiv für die Hospiz – und Palliativarbeit in Deutschland einsetzt. Seit 2011 ist Christoph Maria Herbst Pate des Kinder – und Jugendhospizes Balthasar in Olpe ist und eben dieser Einrichtung soll auch die diesjährige Spende aus dem Reinerlös des Abends zugutekommen. Michael Melles erwähnte in diesem Zusammenhang  auch die Konzertreihe „ Und die Welt steht still - Letzte Lieder und Geschichten aus dem Hospiz“ des Frankfurter Künstlers Stefan Weiler, in der Christoph Maria Herbst gemeinsam mit anderen Schaupielkollegen / -kolleginnen auf unterhaltsame, nachdenkliche und bewegende Weise Menschen an das Thema Sterben heranführt, indem er Zuhörern Geschichten betroffener Menschen nahebringt.

Nach einem musikalischen Intermezzo der Cool Cats, die alle Gäste durch ihren großartigen Auftritt begeisterten, war es an dem Vorjahrespreisträger, Robert Greven, die Laudatio auf Christoph Maria Herbst zu halten. Robert Greven verwies in seinen Ausführungen auf die Gemeinsamkeiten des jeweiligen sozialen Engagements, hat er sich mit dem Kölschen Hätz genau wie Christoph Maria Herbst dem Schicksal schwerstkranker Kinder und Jugendlicher und deren Familienangehörigen verschrieben. Auch diesmal konnten die Gäste förmlich spüren, wie nah dieses Thema Robert Greven geht. Er dankte Christoph Maria Herbst für seinen Einsatz und wies darauf hin, dass ein derartiges Engagement, das oftmals nur im kleinen Kreis stattfindet, keine Selbstverständlichkeit sei.

Auch die Ohrenordensträgerin des Jahres 2016, Annette Frier, ließ es sich nicht nehmen, ihrem Freund und Filmpartner in sehr persönlichen – und dem ernsten Thema zum Trotz – sehr humorvollen Worten zu der heutigen Auszeichnung zu gratulieren und ihm für sein großartiges und persönliches Engagement zugunsten betroffener Kinder und deren Familien zu danken.

Der Leiter des Hospizes Balthasar, Herr Rüdiger Barth, gab den Gästen anschließend einen sehr bewegenden und nachdrücklichen Einblick in das Leben des Hospizes. Den anwesenden Gästen verdeutlichte er, dass trotz allem Leid nicht die Krankheit im Vordergrund steht, sondern es immer um das Leben geht und dass man, wenn man sich hier engagiert, nicht in erster Linie gibt, sondern auch sehr viel mitnimmt. Er dankte Christoph Maria Herbst für seinen jahrelangen persönlichen Einsatz und für die Zeit, die dieser den schwerstkranken Kindern und Jugendlichen schenke. Er sei stolz und dankbar, dass Christoph Maria Herbst über so viele Jahre Pate des Hospizes Balthasar sei.

Anschließend wurden auch die anwesenden Ordensträger der vergangenen Jahre auf die Bühne gebeten und bildeten so gemeinsam mit dem Vorstand der Bürgergesellschaft einen würdigen Hintergrund für die feierliche Ordensverleihung. Kaum hatte Michael Melles den Ohrenorden überreicht, sackte Christoph Maria Herbst wegen des Gewichts der Auszeichnung sprichwörtlich  in sich zusammen – da kam wieder der Schauspieler durch. Mit den Worten: „ Den lass ich jetzt immer an“, bedankte sich Christoph Maria Herbst in kurzen Worten für die Ehrung. Wir freuen uns bereits heute auf seine Laudatio auf den nächsten Preisträger.

Natürlich dürfte auch Willibert Pauels nicht fehlen. Der Preisträger des Jahres 2004 schaffte es wieder, einen tollen Bogen zwischen dem so ernsten Thema „Hospiz“ und dem „Lachen als Zeichen des Über den Dingen stehen“ zu spannen. Jedes Jahr freuen wir uns ganz besonders auf seine Ansprache, bei der man auch diesmal eine Stecknadel hätte fallen hören.

Wir durften wieder einmal zwei großartige, sehr emotionale Stunden erleben, auf einer Veranstaltung, die uns zeitweise zu Tränen rührte, uns aber dann auch wieder kräftig zum Lachen brachte. Ein großes Kompliment an den gesamten Vorstand für das glückliche und gute Händchen bei der Auswahl des diesjährigen Preisträgers. Nächstes Jahr sind wir sicher wieder dabei.

Elena Navarini