Am 30.09.2016 trafen die Bürger um 19:00 Uhr gerne wieder im Dorint Hotel an der Messe ein. Bei Kölschen Tapas (Flönz, Leverwursch, kleene Rievkooche mit Lachs, Halvem Hahn u.v.m.) und einem oder mehreren Gläsern Kölsch vom Fass bereiteten sich alle beim Verzällcher an der Bar auf das anstehende Abendprogramm vor.

Die Veranstaltung war gut besucht, gut 100 Personen verteilten sich in der Bar und ihrem Vorbereich. Entsprechend viel zu tun hatte das Hotelpersonal, das immer schnell für Nachschub sorgte.

Gegen 20:00 Uhr begaben sich dann alle in den für uns zugeschnittenen Veranstaltungssaal „Berlin“, wo wir an runden Tischen in Gruppen von 8-10 Personen Platz nahmen.

In seiner Begrüßung wies Michael Melles darauf hin, dass das Kölner Kabarett-Ensemble „Medden us dem Levve“ in diesem Jahr sein 10jähriges Jubiläum feiert und bereits vor drei Jahren als Gäste der Bürgergesellschaft im Dorint aufgetreten war.

Als erste trat Elfi Steickmann vor die Gäste. Voller Neugier und mit einem guten Gespür für Pointen schildert sie Begebenheiten kölschen Alltags und kölscher Mentalität. Vieles von dem, was sie beschreibt, hat sie selbst erlebt. Allem Ernsten etwas Heiteres und allem Heiteren auch Ernstes abzuverlangen, findet sich in ihren Beschreibungen immer wieder. Ihre Begabung als Autorin, verpackt mit dem Talent, Geschriebenes auch vortragen zu können und damit für den Zuhörer erlebbar zu machen, ist eine wunderbare und unverwechselbare Synthese.

Elfi Steickmann denkt, spricht, schreibt und lacht kölsch. Mit großem Erfolg veröffentlichte sie 1996 ihr zweites Buch, seit September 2016 ist ihr aktuelles Buch „Immer ess jet“ (Marzellen Verlag Köln) im Buchhandel erhältlich. Unter anderem zitierte sie an diesem Abend aus letzterem und bewies wieder, dass sie nach wie vor zu den festen Größen in der Kölner Mundart-Szene gehört.

Im Wechsel zu den Wortbeiträgen Elfi Steickmanns übernahm Wolfgang Nagel die Moderation des musikalischen Teils. Was seinerzeit als Spaßprojekt gedacht war, entwickelte sich auf den verschiedenen Kleinkunstbühnen in Köln und Umgebung als Renner. Die Mischung aus Kölscher Mundart, verpackt mit eigener Musik und viel Situationskomik hat sein Publikum u. a. auch bei den Mitgliedern der Bürgergesellschaft gefunden.

Nach 15 Jahren im Vorstand des Festkomitees des Kölner Karnevals wollte Wolfgang Nagel mal „Neue Wege“ gehen. Zusammen mit Elfi Steickmann als Kölner Mundartautorin und Jörg Weber, als exzellenten musikalischen Leiter, präsentierte das Ensemble 2006 sein erstes Bühnenprogramm. Nach vielen Jahren auf den verschiedensten Kleinkunstbühnen in und rundum Köln hat sich das Ensemble fest etabliert.

Das gesamte Ensemble „Medden us dem Levve“ besteht und bestand auch beim Kölschen Ovend neben den bereits erwähnten aus Miriam Weber (Gitarre, Cajón=Kistentrommel, Gesang), Horst Weber (Gesang), Dirk Schnelle (Bass, Gesang) und Andreas Münzel (Piano, Gesang). Frei nach dem Motto „Jetz sin se alt jenohch“ bescherten sie den „Bürgern“ wieder einen einzigartigen Abend.

Natürlich traten Elfi Steickmann und Wolfgang Nagel zwischendurch wieder als Anton und Jertrud Kolvenbach, dem mittlerweile kultigen und zänkischen Ehepaar, auf. Während Horst Weber, wie vor drei Jahren schon, „dä letzte Wage ess immer ne Kombi“ zum Besten gab, brillierte insbesondere Jörg Weber virtuos auf seiner Mandoline und Gitarre. Sicherlich gab es keinen im Publikum, der nicht von dem Programm begeistert war.

Apropos Begeisterung! „Zwischendurch“, d. h. in dem Programmpausen, wurde ein wahrlich Kölsches Menü aufgetragen: Hämchen mit Kartoffelpüree und Sauerkraut - und davon reichlich. Der krönende Abschluss bestand aus dem Eisdessert Fürst Pückler Art.

Als alle satt waren und das Kölsche Ensemble nach seinen Zugaben den Saal verlassen hatte, holte Michael Melles das Ehepaar Blömer auf die Bühne. Ihnen wurde nun die goldene Ehrennadel für ihre 51 Jahre währende Mitgliedschaft in der Bürgergesellschaft verliehen. Das Paar hatte sich vor vielen Jahren auf Veranstaltungen der Bürgergesellschaft kennen und lieben gelernt.

Durch die Verleihung des 24. Ohrenordens im letzten Jahr kamen 8.485,66 € zusammen, die auf Wunsch des Ordensträgers Frank Elstner an die RheinFlanke gGmbH gespendet wurden. Die symbolische Übergabe des Schecks an Herrn Sebastian Koerber stand als letzter Programmpunkt auf der Liste. Er war in Begleitung eines jungen Mannes aus Syrien, der vor anderthalb Jahren nach Deutschland gekommen ist. Die RheinFlanke gGmbH betätigt sich in vielen sozialen Projekten für Kinder und Jugendliche. Aktuell engagiert sie sich verstärkt für die Integration von Flüchtlingen.

Dies geschieht auf verschiedene Art und Weise, insbesondere durch Sport- und Freizeitangebote, Workshops, Sprachkurse und die direkte Betreuung u.a. in Flüchtlingsunterkünften. „Auf diese Weise wird ein sicheres Lernumfeld geschaffen, in dem sich die jungen Menschen ausprobieren, Spaß haben und alltägliche Sorgen vergessen können. In der gemeinsamen pädagogischen Arbeit werden spielerisch Regeln erlernt und Fähigkeiten gefördert“ (Auszug aus http://www.rheinflanke.de).

Im Anschluss wurden die Gespräche an den runden Tischen fortgesetzt. Nach und nach traten die „Bürger“ ihren Weg nach Hause an. Ein harter Kern beendete den Abend bei einem Absacker in kleiner Runde an der Bar. Wie lange dies noch gedauert hat, entzieht sich dem Berichterstatter, der gegen 0:30 Uhr das Dorint verließ.



Dirk Kohler

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